Der Ordnername verrät das Aufnahmejahr, aber nicht unbedingt, wer auf dem Bild zu sehen ist. Schlagwörter ergänzen diese Information, ohne für jede Person einen weiteren Ordner anzulegen. Für ein Familienarchiv lohnt sich ein kleines Vokabular, das auch nach längeren Pausen verständlich bleibt. Du musst dabei nicht jedes sichtbare Objekt beschreiben: Entscheidend sind die Fragen, mit denen du später tatsächlich nach Fotos suchst.
Person, Anlass und Ort getrennt behandeln
Beginne mit drei Arten von Begriffen: Personen, Ereignisse und Orte. Ein Bild kann beispielsweise die Schlagwörter „Mara“, „Geburtstag“ und „Hamburg“ erhalten. Das Datum gehört normalerweise in die vorhandenen Aufnahmeinformationen. Ein zusätzlicher Text ist hilfreich, wenn es sich um einen Scan handelt und das ursprüngliche Datum nur ungefähr bekannt ist.
Lege für ähnliche Begriffe eine Schreibweise fest. Wenn ein Teil der Bilder „Geburtstagsfeier“ und ein anderer „Geburtstag“ heißt, hängt ein vollständiger Treffer von der Suchfunktion ab. Eine kurze Wortliste neben dem Archiv genügt als Erinnerung. Bei Personen mit gleichen Vornamen hilft ein nachvollziehbarer Zusatz, den du im privaten Archiv einheitlich verwendest.
Unsichere Identitäten solltest du nicht stillschweigend als Tatsache eintragen. Nutze eine getrennte Notiz wie „vermutlich ...“ und halte fest, wer die Zuordnung gemacht hat. Dadurch bleibt später erkennbar, welche Information beobachtet und welche nur vermutet wurde.
Stapelzuweisung mit einer Gegenprobe
Markiere eine überschaubare Gruppe ähnlicher Aufnahmen und vergebe zunächst nur den gemeinsamen Anlass. Personen ergänzt du danach in kleineren Gruppen. Bei einer Familienfeier steht nicht jede Person auf jedem Bild. Ein unkontrollierter Sammelschritt kann deshalb mehr falsche Informationen erzeugen als fehlende Schlagwörter.
Teste anschließend eine echte Suche: Finde etwa alle Bilder einer bestimmten Person bei einem bestimmten Ereignis. Prüfe einige Treffer und einige erwartete, aber fehlende Bilder. Die Suchprobe zeigt schneller als eine perfekte Schlagwort-Hierarchie, ob dein System funktioniert.
Kläre, wo das Programm die Begriffe speichert. In Lightroom Classic können sie zunächst nur im Katalog stehen; das Schreiben in kompatible Metadaten ist eine zusätzliche Einstellung beziehungsweise Aktion. Prüfe bei einem Programmwechsel mit wenigen exportierten Dateien, welche Begriffe tatsächlich mitkommen. Vor öffentlichem Teilen kontrollierst du außerdem die Ausgabe: Private Namen und Ortsangaben müssen nicht in jeder veröffentlichten Kopie enthalten sein.