Ein flacher Teller mit mehreren Zutaten verlangt eine andere Perspektive als ein hoher Burger oder ein Glas mit sichtbaren Schichten. Bei Smartphone-Food-Fotos entscheidet deshalb zuerst die Form des Essens über den Standpunkt. Ein spezieller Modus kann den Eindruck verändern, ersetzt aber keine Entscheidung darüber, welche Seite des Gerichts gezeigt werden soll.
Drei Ansichten kurz vergleichen
Fotografiere einen neuen Aufbau zunächst von oben, schräg und ungefähr auf Tellerhöhe. Von oben werden Anordnung und Farben gut sichtbar. Eine schräge Ansicht zeigt zusätzlich Höhe und Oberfläche. Ein sehr niedriger Standpunkt kann Schichten betonen, verdeckt aber hintere Zutaten. Entscheide anhand dieser Unterschiede, statt für jedes Gericht denselben Winkel zu verwenden.
Rücke bei der Hauptkamera nicht so dicht heran, dass der vordere Tellerrand riesig wirkt. Gehe etwas zurück und lasse zunächst Platz am Rand. Wenn du einen Ausschnitt brauchst, beschneide ihn später behutsam. Prüfe dabei auch Besteck und Gläser: Halb angeschnittene Gegenstände können wie ein Versehen wirken, während ein bewusst enger Ausschnitt das Gericht hervorheben kann.
Licht auf die Oberfläche bringen
Stelle den Teller seitlich zu einem Fenster. Achte auf die kleinen Schatten an Kräutern, Krusten und geschnittenem Gemüse; sie zeigen Struktur. Direktes Licht aus Richtung des Telefons kann diese Wirkung abflachen. Falls eine Seite zu dunkel wird, hilft eine helle Serviette oder ein weißes Stück Karton außerhalb des Bildes als einfache Aufhellung.
Glänzende Saucen und Glas reagieren empfindlich auf helle Reflexe. Drehe den Teller langsam, bis die Reflexion die Form zeigt, ohne eine große weiße Fläche zu bilden. Vermeide starke Mischbeleuchtung durch Fenster und warme Deckenlampen. Ein weißer Teller sollte als Orientierung dienen, muss aber nicht unter jeder Restaurantbeleuchtung vollkommen neutral aussehen. Bewahre die tatsächliche Stimmung, ohne orangefarbenes Essen künstlich noch kräftiger zu färben.
Modus und Ergebnis vergleichen
Ein Food-Modus kann Farbe und Unschärfe verändern; die verfügbaren Regler hängen vom Gerät ab. Mache zusätzlich eine Aufnahme im normalen Fotomodus. Kontrolliere feine Gabelzinken, Glasränder und Kräuter, falls eine künstliche Unschärfe verwendet wurde. Sie darf nicht versehentlich wichtige Teile des Essens ausradieren.
Bereite den Aufbau möglichst vor, bevor das heiße Gericht auf dem Tisch steht. Dampf und eine frische Oberfläche verändern sich schnell. Nach der Aufnahme reichen oft kleine Korrekturen an Helligkeit und Ausschnitt. Vergleiche das fertige Bild mit dem Teller: Wenn rote Tomaten zeichnungslos leuchten oder weiße Sauce grau erscheint, gehe mit den Eingriffen zurück.



