Eine helle rechteckige Fläche verdeckt die Augen hinter der Brille. Häufig ist das die Spiegelung eines Fensters oder einer Softbox. Sie wird nicht allein dadurch kleiner, dass du dunkler belichtest: Dann wird auch das Gesicht dunkler. Suche stattdessen nach der Lichtquelle und verändere ihren Winkel zur Brille und zur Kamera, bis die Augen wieder sichtbar sind.
Den Reflex gezielt verfolgen
Bitte die Person um eine sehr kleine Drehung des Kopfes und beobachte die Brillengläser im Sucher. Eine leichte Veränderung kann den Reflex aus dem Bereich der Pupille verschieben. Prüfe beide Gläser, denn ihre Winkel sind nicht identisch. Eine Position, die links funktioniert, kann rechts noch eine störende helle Fläche zeigen.
Wenn du eine Lampe bewegst, ändere jeweils nur Höhe oder seitliche Position. So erkennst du, in welche Richtung die Spiegelung wandert. Kontrolliere gleichzeitig die Schatten auf dem Gesicht. Eine reflexfreie Brille ist wenig gewonnen, wenn die Augen danach im tiefen Schatten liegen oder die Pose unnatürlich wirkt. Die Person sollte sich weiterhin bequem halten können.
Fenster und weitere helle Flächen
Bei Fensterlicht lässt sich die Quelle nicht einfach versetzen. Bewege stattdessen Person und Kamera in kleinen Schritten relativ zum Fenster. Auch eine helle Wand, ein Monitor oder dein eigenes helles Oberteil kann sich spiegeln. Entferne unnötige Lichtquellen oder ändere den Ausschnitt, bevor du eine komplizierte Beleuchtung aufbaust.
Ein Polfilter ist keine universelle Lösung für jede Brille. Seine Wirkung hängt von Winkeln und Material ab, und er kostet Licht. Unterschiedliche Beschichtungen können außerdem farbige Restreflexe zeigen. Ein kontrollierter Standortwechsel ist deshalb meist der einfachere erste Versuch. Beurteile das Ergebnis mit einer vergrößerten Aufnahme, weil kleine Reflexe auf dem Kameradisplay leicht übersehen werden.
Augen erhalten statt neu erfinden
Eine kleine Spiegelung außerhalb der Augen kann zur natürlichen Darstellung einer Brille gehören. Wenn ein Reflex jedoch die Iris vollständig verdeckt, fehlt dort echte Bildinformation. Eine spätere Retusche müsste sie rekonstruieren. Für ein glaubwürdiges Porträt ist eine saubere zusätzliche Aufnahme am Ort meist besser. Kontrolliere dabei auch Rahmenkanten, Wimpern und Fokus: Durchsichtige Gläser allein machen das Auge noch nicht scharf.



